Die Geschichte der Sonnenbraut

Versetzen wir uns um einige Jahrhunderte zurück, in eine vorchristliche Zeit und wandeln auf den Spuren eines alten Ringelblumennamens. Tauchen Sie ein in eine Welt, in der Priesterinnen das Volk regieren und das Wissen der Heilerinnen und Seherinnen in Geschichten von weisen Frauen und guten Feen weitergetragen wird. In diesen Gesellschaften ist die Sonne heiliges Symbol des Lebens. An geweihten Orten feiern die Menschen ihre Sonnenfesttage. In traditionellen Zeremonien und Ritualen verbinden sie sich mit der Natur und spüren den tieferen Sinn des Werdens und Vergehens.

Heilpflanzen, die zur Zeit der wichtigsten Punkte des jährlichen Sonnenlaufs blühen und in ihrer Form und Farbe der Sonne ähneln, gelten als heilige Pflanzen. Sie tragen den Namen Sonnenbraut. Eine davon ist die Ringelblume, das Gänseblümchen, die Kamille oder die Wegwarte alle wurden die Sonnenbraut genannt. Denn sie richten sich ebenfalls stark nach der Sonne, drehen sich nach ihr, öffnen und schließen sich zu bestimmten Sonnenzeiten. Und wenn Regen droht, öffnen sie ihre Blüten erst gar nicht. Daher werden Ringelblumen auch als Regenblumen bezeichnet. Wenn ihre Blüten morgens um 8 Uhr noch geschlossen sind, gibt es an diesem Tag bestimmt Regen.

Die Ringelblume gilt auch als Pflanze der Liebe. Eine Blume, die unentwegt blüht und scheinbar nicht welken will, soll bewirken, dass die Liebe eines Menschen nicht endet, sondern immer wieder neue Blüten treibt. Albertus Magnus, ein heilkundiger Bischof des Mittelalters, gab der Ringelblume den schönen Namen "Sponsa solis" - zu deutsch Sonnenbraut. Weitere Geschichten über Heilpflanzen und -Kräutern erzähle ich Ihnen gern bei meinen Kräuterführungen, -wanderungen oder -seminaren

Ich freue mich darauf, meinen Wissensschatz mit Ihnen zu teilen.

Ihre
Klaudia Hoffmann
Kräuterschule Sonnenbraut